Über unsere Arbeit

Fr. Dr. Manske, Mathematik:

So viele Menschen sagen, sie hätten Probleme mit der Mathematik. Man hat eine Schublade dafür: “Dyskalkulie”. Demütig und voller Hochachtung schauen diese Menschen zu jenen auf, die das Fach aufsaugen, ohne auch nur dafür lernen zu müssen. Mit dieser Diagnose ist es wie mit allen Diagnosen: Sie meißeln etwas in Stein, was fortan unabänderlich erscheint. Aber ist dieser Pessimismus notwendig? Ist es wirklich so, dass man Mathematik entweder kann oder eben nicht? Ich unterrichte seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche in Mathe. Studiert habe ich das Fach nicht. Und ich postuliere hier ganz freimütig die Behauptung, dass man zum Verständnis von Mathe nichts weiter braucht, als das Vertrauen, dass man in sich spüren kann, was stimmt und was nicht. Und weil vielen jungen Menschen dieses Vertrauen fehlt, schwanken sie bei jeder Matheaufgabe zwischen Versagensangst und Ignoranz – was dem Vertrauen wiederum nicht gerade dienlich ist, denn mit Versagensangst und Ignoranz lässt sich keine Aufgabe lösen. Ich akzeptiere es nicht, wenn ein Schüler mir sagt, er könne kein Mathe. Vielmehr suche ich nach der Aufgabe, die er lösen kann. Wenn ihm das gelungen ist, wurde ihm bewiesen, dass er Mathe kann. Daher weiß er, dass er auf sein Verständnis vertrauen kann. Auf dieser Basis mache ich weiter – in Schritten und in einem Tempo, das dem Schüler ganz individuell angemessen ist. Auf diesem Weg verliert er sein Vertrauen nicht und so kann immer Schwierigeres gemeistert werden. Die Mathematik ist ein wunderbares Übungsfeld für das Vertrauen, das ein Mensch in seine eigene innere Stimme entwickeln kann. Diese innere Stimme erkennt ganz klar, was richtig und was falsch ist – ob in der Mathematik oder im Leben. Deshalb liebe ich dieses Fach so, denn es trainiert das Vertrauen in das eigene Verständnis von Richtig und Falsch.

Fr. Borrmann, Englisch, Spanisch, Ethik

Englischlernen besteht nur aus Büffeln von Grammatik und Vokabeln? Nein! Es bildet sicherlich eine Grundlage, die nicht außer Acht gelassen werden darf (auch in Hinsicht auf die Abschlussprüfungen). Jedoch ist dies nicht alles – das Kennenlernen der anglistischen Kultur samt Sitten und Bräuchen steht genauso im Fokus wie der Spaß am Lernen durch Spiele, Rätsel oder die Realisierung von eigenen Projekten, bei denen ich als Lernbegleiter jedem Kind individuell nach seinem Lernstand helfend zur Seite stehe. Außerdem werden inhaltliche Wünsche und Unterrichtsvorstellungen der Schüler gerne umgesetzt und somit genügend Raum gegeben, um sich kreativ zu entfalten.     

Fr. Benz-Forster, Naturwissenschaften

Wenn man Schülerinnen und Schüler nach ihren Lieblingsfächern fragt, gehören Naturwissenschaften (insbesondere Physik und Chemie) meist nicht dazu. Die Frage stellt sich nun warum dies so ist. Meine Vermutung liegt darin, dass von den Schülern oft verlangt wird, dass sie theoretische Sachverhalte, an welchen Wissenschaftler Jahrzehnte lang geforscht haben, innerhalb von kurzer Zeit verstehen sollen. Ich versuche wenn möglich den Unterricht lebendig zu gestalten und den Stoff in kleinen Häppchen zu vermitteln: Kinder und Jugendliche können selbst experimentieren, erforschen und eigene Überlegungen anstellen. Klar werden da auch Fehler gemacht. Doch durch Fehler kann man lernen. Auch große Wissenschaftler haben wichtige Erkenntnisse oft erst nach vielen Fehlversuchen und häufig begünstigt durch Zufälle entdeckt.